Die Unterschenkelmuskulatur besteht aus mehreren verschiedenen Muskeln, die sich in Beuger (Flexoren) und Strecker (Extensoren) gruppieren lassen. Der markanteste Unterschenkelmuskel ist der musculus triceps surae. Er liegt an der Rückseite des Unterschenkels und stellt einen Wadenmuskel dar.

Unterschenkelmuskulatur – Muskelanteile

Der Unterschenkelmuskel triceps surae besteht aus dem Zwillingswadenmuskel (musculus gastrocnemius) und dem Schollenmuskel (musculus soleus). Der Zwillingswadenmuskel besteht aus zwei Köpfen (caput laterale und caput mediale) und zieht über zwei Gelenke (Knie und Knöchel). Der Schollenmuskel liegt unter dem Zwillingswadenmuskel und zieht nur über das Sprunggelenk. Zusammen prägen sie die Unterschenkelmuskulatur sehr deutlich und bilden als musculus triceps surae einen der stärksten Muskeln des menschlichen Körpers. In seiner Hauptfunktion, dem Absenken des Fußes (Anheben der Ferse im Stand), ist er in der Lage, das gesamte Körpergewicht mehrmals anzuheben.

Unterschenkelmuskulatur – Lage und Funktion

Der Zwillingswadenmuskel hat seinen Ursprung am Oberschenkelknochen bzw. an der Oberschenkelknochenrolle. Genauer entspringt sein caput laterale vom epicondylus lateralis femoris und sein caput mediale vom epicondylus medialis femoris. Der Schollenmuskel entspringt an den oberen Teilen des Schien- und Wadenbeins (tibia und fibula) sowie dem Wadenbeinköpfchen (caput fibulae). Beide Muskeln münden in die Achillessehne und haben über diese ihren Ansatz am Fersenbeinhöcker (tuber calcanei).

Unterschenkelmuskulatur

Unterschenkelmuskulatur

 

Die Funktionen des musculus triceps surae sind

  • das Senken des Fußes bzw. das Anheben der Ferse im Stand (Plantarflexion),
  • das Heben der Fußinnenkante (Supination), und
  • die Beugung des Knies (nur der Zwillingswadenmuskel).

 

Unterschenkelmuskulatur – Bedeutung und Funktion

Aus ästhetischer Sicht kann der Unterschenkelmuskulatur, und besonders dem  musculus triceps surae eine große Bedeutung beigemessen werden. Die Wade wird vor allem durch den Zwillingsmuskel in seiner Form geprägt. Wegen seines hohen Kraftpotentials sind für sein Training zumeist recht hohe Gewichte erforderlich. Zudem neigen die Unterschenkelmuskeln zur Verkürzung. Ein regelmäßiges Dehntraining ist deshalb zu empfehlen.

Die Unterschenkelmuskulatur ist an allen Geh-, Lauf- und Sprungbewegungen beteiligt, indem sie eine große Abdruckkraft aus dem Sprunggelenk entwickelt. Zudem balanciert die Muskulatur des Unterschenkels das Körpergewicht im Stand aus. Je weiter wir uns nach vorne beugen, umso mehr werden die Unterschenkelmuskeln beansprucht.

 

Unterschenkelmuskulatur

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