Dehnen hat viele Vorteile und wird von vielen sogar als wichtiger als das Krafttraining selbst erachtet. Regelmäßige Dehnung verbessert die Beweglichkeit, hilft uns dabei aktiv zu entspannen und kräftigt zudem die Muskulatur.

Dehnen – Bedeutung

Wird die Muskulatur nicht regelmäßig über ihre volle Länge gedehnt, verkleinert sich ihr Bewegungsradius. Für gewöhnlich passen sich Muskeln auf den Radius an, in welchem sie täglich genutzt werden. Ohne Dehnung verkürzen wir also, was uns in unserer Beweglichkeit einschränkt. Dieser Verkürzungsprozess beginnt bereits im Kindesalter und kann später zu ausgeprägten Bewegungsengpässen im Rücken, in der Hüften, den Schultern, etc. führen.

Sogar Sportler haben auf diesem Gebiet Probleme. Zumeist liegt ihr Fokus auf Kraft- und/oder Ausdauertraining. Tatsächlich können auch sie vom regelmäßigen Dehnen profitieren. Dabei verhilft es uns nicht nur zu einer verbesserten Beweglichkeit, sondern lässt uns auch besser entspannen, negativen Stress abbauen und kräftigt zudem noch unsere Muskulatur.

Dehnen vs. Krafttraining

Beim Krafttraining ziehen sich unsere Muskeln zusammen bzw. kontrahieren und erhöhen somit ihre Spannung (Kontraktionsspannung). Der Muskelursprung und der Muskelansatz nähern sich einander an. Beim Dehnen ist es genau umgekehrt. Ursprung und Ansatz des Muskels entfernen sich hierbei voneinander und der Muskel wird auseinander gezogen bzw. verlängert sich. Diese Verlängerung erhöht ebenfalls die Spannung im Muskel (Dehnspannung).

Fast jeder Muskel (Agonist) hat einen Gegenspieler (Antagonist). Wird der Agonist optimal trainiert, dehnt dies auch gleichzeitig den Antagonisten. Während der Agonist kontrahiert, wird sein Gegenspieler auseinander gezogen. Mit anderen Worten ist Krafttraining auch gleichzeitig Dehntraining. Die beschriebene Methode wird als aktive Dehnung bezeichnet. Wir spannen den Agonisten aktiv an und dehnen dadurch den Antagonisten.

Sowohl für die Kräftigung, als auch die Dehnung ist das Training in Endkontraktion am effektivsten. Für den trainierten Muskel ist dieser Punkt erreicht, wenn sich Ursprung und Ansatz am nächsten sind und dadurch maximal Kontraktion erreicht wird. Ursprung und Ansatz seines Gegenspielers entfernen sich dadurch maximal von einander, was eine Dehnspannung zur Folge hat.

Dehnen kräftigt den Muskel

Dehnen bringt einen weiteren, zumeist unbekannten Vorteil mit sich. Beim Krafttraining wird der jeweilige Gegenspieler des trainierten Muskels mit gedehnt. Das Dehntraining hingegen erhöht nicht nur den Bewegungsradius des jeweiligen Muskels, sondern kräftigt ihn zugleich. Eine intensive Dehnspannung stellt eine hohe Belastung für den Muskel dar, wodurch sich Muskelkater und Kraftzuwächse einstellen. Diese Sachverhalte konnten von Experten in verschiedenen Untersuchungen nachgewiesen werden (Buskies W./Boeckh-Behrens W., 2014).

Die effektivste Art der Dehnung stellt hierbei die passive Methode dar. Mit ihr lassen sich hinsichtlich der Beweglichkeit und der Kräftigung in Kombination die größten Verbesserungen erzielen. Die Spannung wird dabei durch die Schwerkraft, einen Trainingspartner oder andere Muskeln erzeugt. Dabei können wir uns ganz auf den gedehnten Muskel konzentrieren, wohingegen der Fokus bei der aktiven Methode auf den trainierten Muskel fällt. Wenn ihr mehr erfahren möchtet, lest bitte die Artikel Dehnung oder Arten der Dehnung. Hier findet ihr zudem Dehnübungen.


 

Eine angemessene Dehnung verbessert nicht nur die Beweglichkeit des jeweiligen Muskels, sondern kräftigt ihn zugleich. Unser Körper passt sich an seine regelmäßigen Routinen an. Je weniger wir seinen Bewegungsspielraum ausnutzen, umso weiter verkürzt er und ist in seiner Flexibilität eingeschränkt.

 

Dehnen

Dehnen hat viele Vorteile und ist sogar wichtiger als das Krafttraining selbst. Erfahrt, wieso ihr euch regelmäßig dehnen solltet.

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